„Eine Ehre für mich. In tiefer Dankbarkeit…“

Ágnes Heller erhält Paul Watzlawick Ehrenpreis der Ärztekammer für Wien

Im Anschluss an eine Diskussionsveranstaltung -mit Philipp Blom. Fürst Karel Schwarzenberg und Hans-Christian Ströbele von den deutschen Grünen – im Wiener Burgtheater wurde Ágnes Heller, die große ungarische Philosophin, Historikerin und Literaturwissenschaftlerin am 19.2.2017 mit dem Paul Watzlawick Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet: ein Ring und ein Keramikenselble von Edmund de Waal.

Die 87-Jährige lebt heute abwechselnd in Budapest und in den USA, ist nach wie vor als Gastdozenten an internationalen Universitäten aktiv und engagiert sich im demokratischen Widerstand gegen Ungarns Ministerpräsident Orbán und dessen autoritäre Regierung.

Die Überreichung des Ehrenringes übernahmen Dr. Erhard Busek, Juryvorsitzender des Paul Watzlawick Ehrenringes und Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, die Stifterin des Preises. „Ágnes Heller ist eine der faszinierendsten Denkerinnen dieses Jahrhunderts, engagiert, mutig und konfliktbereit. Das eint sie mit dem Ethos des Mediziners. Ihre klugen Analysen des Alltagslebens sind stets humanistisch geprägte Befunde einer Gesellschaft in Krise.“, so Szekeres.

Ágnes Heller hat sich in ihrem Werk immer wieder mit den Begriffen Leben und Freiheit als selbstbestimmende Werte auseinandergesetzt hat.

„Ich war überzeugt und bin es auch seither, dass alle großen Leistungen der Kultur aus den Bedürfnissen, Konflikten und Problemen des täglichen Lebens hervorgehen.“

Der Alltag ist immer wieder Objekt von Hellers Untersuchungen. 1970 erschien ihr Werk „Alltag und Geschichte – Zur sozialistischen Gesellschaftslehre“, 1978 „Das Alltagsleben. Versuch einer Erklärung der individuellen Reproduktion“ und 1980 „Theorie der Gefühle“.

Ágnes Heller wurde am 12.05.1929 in Budapest geboren und lebt auch heute wieder dort – als unermüdliche Kämpferin für Freiheit und explizite Gegnerin des Orbán’schen Systems. „Orbán ist ein Diktator, aber Ungarn ist keine Diktatur“.

Heller war Schülerin und später Kritikerin des ungarischen Philosophen und Literaturtheoretikers György Lukács und dessen Assistentin an der Universität.

1977 emigrierte sie aufgrund anhaltender Repressionen gegen sie und ihre wissenschaftliche Arbeit und übernahm eine Professur an der La Trobe University in Melbourne. 1986 ging sie als Nachfolgerin von Hannah Arendt als Ordinarius für Philosophie an die New School für Social Research in New York.

Seit damals pendelt sie regelmäßig zwischen Budapest und New York und hält Gastvorlesungen an renommierten Universitäten, wie beispielsweise 2013 als sie in Wien einen Zyklus zum Thema „Zur Theorie der Modernität“ referierte.

Ágnes Heller erhielt zahlreiche renommierte Auszeichnungen, wie den „Hannah-Arendt-Preis“, den „Sonning-Preis“ (die höchste Kulturauszeichnung Dänemarks), den Preis als „Ehrenbürger von Budapest“, die „Goethe-Medaille“ oder den „Carl-von-Ossietzky-Preis“ in Oldenburg.

Ausgewählte Werke:
• „Alltag und Geschichte – Zur sozialistischen Gesellschaftslehre.“ (1970)
• „Das Alltagsleben. Versuch einer Erklärung der individuellen Reproduktion.“ (1978)
• „Der Mensch der Renaissance.“ (1988)
• „Ist die Moderne lebensfähig?“ (1995)
• „Die Linke im Osten – die Linke im Westen. Ein Beitrag zur Morphologie einer problematischen Beziehung.“ (1986)
• „Theorie der Gefühle.“ (1980)
• „Die Welt der Vorurteile. Geschichte und Grundlagen für Menschliches und Unmenschliches.“ (2014)
• „Von der Utopie zur Dystopie: Was können wir uns wünschen?“ (2016)

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