Der Paul Watzlawick Ehrenring an Hartmut Rosa verliehen

“Über die Kunst geleitender Beziehungen…”

Der Paul Watzlawick Ehrenring der Ärztekammer für Wien geht an den deutschen Soziologen und Kulturphilosophen Hartmut Rosa

„In einer Gesellschaft, die von permanenter Zeitknappheit und (…) Wettbewerbsgedanken geprägt ist und (…) allerorten auf Steigerung und Optimierung hin angelegt ist, wird das Risiko, sich berühren zu lassen und dergestalt verletzbar zu machen, schlicht zu groß, wird der Preis zu hoch. Wir bezahlen dann mit einer immer weiter um sich greifenden Entfremdung, deren Symptome im prekären, aggressiven Weltverhältnis der Wutbürger zutage treten, die nach Mauern, Zäunen und Waffen rufen, um sich vor der Unverfügbarkeit der andrängenden Welt zu schützen.“

Mit unverkennbaren Bezug aufs Heute und aktuelle politische und gesellschaftliche Prozesse hat Hartmut Rosa seine Dankesrede für den Paul Watzlawick Ehrenring am 19 September 2018 im Billrothhaus der Gesellschaft der Ärzte gehalten.

„Hartmut Rosa hat mit ‚Resonanz‘ nichts weniger als die überzeugendste Grundtheorie für die Weiterentwicklung der steigerungsbesessenen Beschleunigungs-Moderne zu einer nachhaltigen Qualitäts-Moderne vorgelegt.“, so Christoph Thun-Hohenstein, Direktor des MAK und Erfinder der Wiener Design-Biennale, in seiner Laudatio.

Der Präsident der Ärztekammer für Wien Thomas Szekeres, sieht Parallelen zur Ethik und zum Selbstverständnis des Mediziners: „Entschleunigung heißt Zeit nehmen für den Anderen, wieder zuhören, empathische Fähigkeiten entwickeln und die Langsamkeit nutzen um Leben zu erfahren. Auch wir Mediziner haben Entschleunigung notwendig.“

 

© Stefan Seelig

Zurück